Wie im Vorjahr fand auch 2010 im Vorfeld des 6. nationalen Antikriegstages eine Kundgebung am Sonnenplatz in Dortmund-West statt. In mehreren Redebeiträgen wurde die Bevölkerung auf die Demonstration am kommenden Wochenende hingewiesen, sowie die Hintergründe erläutert.
Im mittlerweile neunten Jahr führen die USA mit ihren Verbündeten – darunter auch die Bundesrepublik Deutschland – Krieg in Afghanistan. Während anfangs versucht wurde, den Einsatz als humanitäre Hilfsmission zu tarnen, müssen heute sogar die Politiker einräumen, dass es sich um eine kriegerische Auseinandersetzung handelt. Nachdem in der Bevölkerung lange weggesehen wurde, wächst heute der Unmut über den Afghanistan-Einsatz. Nach repräsentativen Statistiken lehnen über 60 % der Bürger die Afghanistan-Mission ab und sprechen sich für eine Rückkehr der Bundeswehrsoldaten in ihr Heimatland aus.
Doch nicht nur in Afghanistan führen die Kriegstreiber einen blutigen Konflikt: 2003 marschierten die USA und andere Bündnispartner in den Irak ein, der seitdem besetzt ist. Während unter Saddam Hussein die innere Ordnung weitestgehend hergestellt war, kommt es seit der amerikanischen Besatzung immer wieder zu Anschlägen und Kämpfen konkurierender Glaubensrichtungen. Auch der Nachbarstaat Iran befindet sich im Visier der Imperialisten: Irans Präsident Ahmadinedschad, der es wagt, die israelische Politik in der Öffentlichkeit zu kritisieren, ist den internationalen Mächten schon lange ein Dorn im Auge. Unter fadenscheinigen Gründen wird versucht, Stimmung gegen das Land zu schüren, um die Grundlage für einen neuen Angriff zu schaffen. Ob es dazu kommen wird, ist noch nicht abzusehen. Fest steht jedoch, dass auch ein solcher Krieg nicht ohne Proteste verlaufen wird.
Um den Bürgern eine freie Meinungsbildung zu ermöglichen, bestand bei der heutigen Kundgebung erneut die Möglichkeit, sich mit Werbematerialien an einem Informationsstand einzudecken. Wie in den Vortagen wurden weiterhin im Umfeld der Veranstaltung Flugblätter verteilt. Gegen 19.15 Uhr fand die von ca. 60 Personen besuchte Kundgebung ihr Ende und die Heimreise der Teilnehmer begann.

